KI-Sichtbarkeits-Studie · Mai 2026
Wer wird empfohlen?
Eine empirische Untersuchung zur KI-Sichtbarkeit von 15 Branchen in 15 deutschen Großstädten.
706 Anfragen
3 KI-Modelle
6.750 Empfehlungs-Aufrufe
32.385 Firmen-Erwähnungen
Erhebung 02.–11. Mai 2026
Studie als PDF herunterladen · 35 Seiten · 1,4 MB
Worum es geht
Drei große KI-Modelle — ChatGPT, Claude und Perplexity — werden zunehmend als
Empfehlungsquelle für lokale Dienstleister genutzt. Wenn jemand fragt „Welcher Optiker in
Köln?" oder „Guter Anwalt in Hamburg?", liefern die Modelle konkrete Namen. Wir haben
systematisch untersucht, welche Anbieter genannt werden, wie ungleich diese Empfehlungen
verteilt sind und ob sie die reale Marktstruktur abbilden.
Datenbasis: 706 systematisch erhobene Empfehlungs-Anfragen über 15 Branchen und 17 Städte,
bestehend aus 6.750 Empfehlungs-Aufrufen (2.250 je Modell). Daraus entstanden 32.385
Firmen-Erwähnungen auf 17.654 unique benannte Anbieter.
Die fünf Hauptbefunde
- Markt-Konzentration variiert dramatisch nach Branche. Bei Optikern vereinen die
zehn meistgenannten Anbieter pro Stadt 43,1 % aller Erwähnungen auf sich, bei
Rechtsanwälten nur 21,6 %.
95 %-Konfidenzintervalle: Optiker 39,6–47,0 %, Anwalt 20,1–23,1 %.
- Die Empfehlungen sind ungleich verteilt. Der Gini-Koeffizient liegt zwischen 0,25
(Allgemeinarzt — breit gestreut) und 0,44 (Optiker — stark konzentriert).
Zum Vergleich: der Gini der Einkommensverteilung in Deutschland liegt bei rund 0,30.
- Ein langer Long-Tail. Bei Allgemeinärzten werden 71,3 % der genannten Firmen nur
ein einziges Mal erwähnt — selbst bei stark konzentrierten Branchen wie Optikern sind es
noch 43,0 %.
- KI-Nennung folgt der Marktgröße — aber verzerrt zugunsten der Online-Präsenz.
Es gibt eine starke Rangkorrelation zwischen KI-Nennung und realer Marktgröße
(Optiker: Spearman ρ = 0,74; Fitnessstudio: ρ = 0,69). Die Abweichungen sind jedoch
systematisch: große, aber online-schwache Anbieter werden kaum genannt, online- und
markenstarke überrepräsentiert.
- Die Modelle sind nicht erklärbar — aber beobachtbar. Die Studie dokumentiert das
Verhalten der KIs systematisch, ohne den Anspruch, die internen Entscheidungsmechanismen
zu rekonstruieren.
Der zentrale Befund
KI-Sichtbarkeit ≠ Marktgröße, sondern Online-Präsenz
Pro Optik ist Deutschlands drittgrößter Optiker — in den KI-Empfehlungen taucht das
Unternehmen kaum auf (KI-Rang 8, nur vereinzelte Nennungen). Umgekehrt sind online- und
markenstarke Anbieter wie Mister Spex oder Fitness First deutlich überrepräsentiert. Die
Größe eines Unternehmens schützt also nicht vor KI-Unsichtbarkeit — und die Online-Präsenz,
die darüber entscheidet, ist im Gegensatz zur Unternehmensgröße aktiv gestaltbar.
Methodik
- Modelle
- ChatGPT (gpt-4o-mini), Claude (haiku-4-5), Perplexity (sonar) — alle mit aktiver Live-Websuche
- Aufrufe
- 6.750 Empfehlungs-Aufrufe (2.250 je Modell)
- Abdeckung
- 15 Branchen × 17 Städte (15 Großstädte sowie Würzburg und Bamberg)
- Zeitraum
- 02.–11. Mai 2026
- Basis
- 32.385 Firmen-Erwähnungen, 17.654 unique Anbieter
Zitiervorschlag: howknown (2026): Wer wird empfohlen? Eine empirische Untersuchung zur
KI-Sichtbarkeit von 15 Branchen in 15 deutschen Großstädten. Mai 2026.
howknown.de/studie
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